Wo soll ich nur anfangen...
Soll ich mich dafür entschuldigen 5 Monate hier keinen Eintrag mehr hinterlassen zu haben, sollte ich die Gründe dafür aufzählen?
Nein, na ja jedenfalls nichts jetzt.
Nach 1,5 Jahren mit vollem Einsatz für eine bestimmte Firma, bin ich um eine Erfahrung reicher und meine Meinung zu Menschen, vor allem Männern in Führungspositionen die unprofessionell arbeiten, bestätigt.
Was die letzten 5 Monate passiert ist, dazu später mehr. Aber um eines vorweg zu nehmen, es sind nicht nur schlimme Dinge passiert, es ist auch etwas wunderschönes passiert und wer mich kennt, der weiß, das wenn ich mich einmal entschieden habe, ich von dieser Entscheidung und dem Entschluss nicht mehr abzubringen bin.
Wo war ich denn stehen geblieben...
Ach ja, Mystikal - der Auftritt bei Mixery Raw Deluxe und warum das der Grund war, das ich bei Jive Records weggegangen bin.

Wie Künstler nun mal so sind, hat auch der liebe Mystikal so seine Ticks und Macken.
Ich denke ein großes Talent was mir der liebe Gott gegeben hat ist, das ich gut vor allem auf Künstler einreden kann, ihnen das Gefühl gebe alles ist dann doch irgendwie Okay und sich zu beruhigen. (funktioniert übrigens auch bei den Managern, dazu später mehr).
Was genau das Problem des guten Mystikals war, weiß ich gar nicht mehr so ganz genau, aber ich denke Bottom Line war so etwas, wie: " I am not gonna go on stage bitch..!"
Irgendwie, mit ein paar tröstenden Worten, dem Versprechen das Nikeata bei allen Songs und nicht nur einem tanzt, ließen ihn dann doch auf die Bühne gehen. "Shake ya ass" und das taten dann auch alle.
An diesem Abend lernte ich einen riesigen Typen kennen, und ich meine riesig nicht nur im Sinne von: netter kompetenter Kerl, NEIN der war auch noch riesen groß! Ich erinnere mich das er sich bei einer Tür in der Location die zur Bühne ging (soweit ich mich erinnere war es das E-Werk) immer bücken musste, und das sah ganz schön witzig aus. Er und sein Kollege waren Verantwortlich für den Event.
Einige wissen jetzt sicher schon, von wem ich rede, es sind Mark L. und Raoul P.
Ich kam mit Mark von Anfang an denke ich ganz gut klar, und rhetorisch war der Mann wirklich auf der Höhe! Ich mag keine Schleimer, die nur zu einem nett sind weil man mit einem gerade angesagten Künstler vor Ort ist, und genau so war Mark...NICHT.
Offen, ehrlich, etwas forsch aber immerhin war er einer von wenigen in dem Business die nicht dummes Zeug labern, sondern sogar mal wissen, was sie tun.
Wir tauschten, wie das ja so üblich ist, unsere Kontaktdaten, denn man weiß ja nie ob man nicht noch einmal von jemandem profitieren kann.
Ein paar Wochen später, ich hatte die ganze Mystikal Show schon vergessen, landete in meinem Posteingang eine Email von dem guten Herrn M. L.
Man schnackte, schrieb sich vor und zurück, und irgendwann kam es: Tatsache ein Jobangebot, als Assistant to Product Manager bzw Personal Assistant to CEO (irgendwie war das wohl damals noch nicht so ganz klar, aber zur Not kann man ja auch beides machen, gell.)
ZWICKMÜHLE: zu diesem Zeitpunk konnte ich mir eigentlich nicht vorstellen Jive Records und den Mediapark jemals zu verlassen. Auch wenn es mal Tränen, Zoff, Nachtschichten oder schlimmeres gab, irgendwie war dieser Verein mein neuer Lebensmittelpunkt geworden.
Da ich zu meiner Vorgesetzten kein sonderlich gutes Verhältnis hatte, wie ich ja vorher schon einmal erwähnte, tat ich wieder etwas worüber sich alle das Maul zerreissen konnten, ich suchte Rat und wegweisende Worte bei unser aller Chef Kurt T.
Warum auch immer, aber Kurt und ich hatten einen guten Draht zueinander.
Das Gerede der Leute störte mich damals nicht und tut es heute noch weniger.
Mein Chef gab mir einen ehrlichen und den besten Rat meines Lebens: Nadima, du solltest das Angebot annehmen, vertrau mir.
Wenn man in einem Team, wie dem Jive Team gearbeitet hat, mit ca. 20 Leuten in einem Büro, alle von ganz unterschiedlichem Charakter, dann fäll einem der Gang in ein neues, unbekanntes Team so schwer, das kann sich niemand vorstellen. Unter Tränen beschloss ich damals auf meinen Bauch und meinen treuen Chef zu hören, ich kündigte.
Als ich meinen Abschied bekannt gab, gab es die unterschiedlichsten Reaktionen, einige waren sicher froh, das die quirlige kleine Berlinerin endlich mal weiter zieht, und andere, die, die mir am meisten am Herzen lagen fanden es genauso schade wie ich, in Zukunft unterschiedliche Wege zu gehen.
Der eine von dem ich es niemals erwartet hatte, war Joe C. Nachdem ich meine Abschieds Email geschrieben habe rief der gute Mann tatsächlich an, nachdem wir uns 2 Jahre nur gezofft hatten und gestand mir gegenüber das er mich für eine qualifizierte und begabte Mitarbeiterin hielte. Heute sind wir immer noch Freunde, was damals sicher niemand gedacht hätte, ich am allerwenigsten.
"...und ich packte meine Koffer und war raus mein Kind, denn Nadima war auf der Reise nach Stuttgart in ein neues Leben, und hatte Rückenwind..."
Heute bin ich mir sicher, das Kurt T. damals sicher schon wusste, das Jive bald Teil der Sony BMG werden sollte, und riet mir ebenfalls aus diesem Grund nach Stuttgart zu einem aufstrebendem Indie Label zu gehen. Meine liebsten Kollegen mussten sich damals entscheiden, Jive und München oder etwas neues.
Ich hatte mich für Stuttgart entschieden, und das war die beste Entscheidung meines Lebens.


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