Als ich beschlossen habe diesen Blog zu schreiben, musste ich wirklich nachdenken, wie genau das denn alles angefangen hat.
Irgendwann fragt man sich: wann genau bin ich da angekommen wo ich jetzt bin?
und eigentlich ging alles ganz schnell.
Da ich nie ein großer Fan des Gymnasiums war, welches ich besuchte, war ziemlich schnell nach dem Praktikum in der 9 Klasse klar, das ich dahin nicht mehr zurück gehen würde.
Die alte Leier: Sie ist intelligent, gibt sich aber keine Mühe.
Mein Praktikum machte ich im Musical Theater des Musicals Space Dream in der Maske, und mit 13 denkt man dann natürlich sofort: THAT`S IT. Mama ich werde Maskenbildnerin, was ich dann natürlich doch nicht geworden bin.
So etwa mit 16 nach einem, ich nenne es jetzt einmal: kreativem Jahr Pause, dem ersten Liebeskummer mit Sven U. beschloss ich dann mir ein Praktikum zu suchen, und es wurde:
ZOOM Medienfabrik unter der Leitung von Felix N.
Ich startete als Assistentin für eine Frau deren Namen ich vergessen habe, sie kann also nicht wirklich beeindruckend gewesen sein.
In dieser Zeit entdeckte ich auch das Berliner Nachtleben mit all seinen Vor und Nachteilen, mit all seinen schillernden Persönlichkeiten die aber allerdings nur in der Nacht schillernd und am Tage dann einfach nur hässlich und und grau waren.
Eines Tages machte ich dann meine erste Begegnung mit der Musik Industrie, als bei ZOOM ein Fax angeflogen kam: Die Fantastischen Vier - Was geht...?! der Film, und unsere Agentur sollte die PR Arbeit machen (PR- Public Relation - mit anderen Worten der ganzen Welt erzählen wie toll ein bestimmtes "Produkt" ist, wie ich es auch hasse immer alles als "Produkt" zu betiteln).
Ich natürlich total aufgeregt - auch wenn ich die Band damals nur für 2 Dinge in meiner Erinnerung verankert hatte: Meine beste Freundin liebte Michi Becks Eckzähne, und bei "Sie ist weg" hat Sven U. mit mir Schluss gemacht.
Ich bekam also dieses Projekt zugeteilt. Was mir mehr als Recht war, nachdem mein damaliger "Typ" gerade mit mir Schluss gemacht hatte, wollte ich nur noch arbeiten.
Der Typ hatte doch echt die Dreistigkeit besessen zu der Eröffnung eines der Häuser für die wir den Opening Event ausgestattet hatten mit einer anderen Braut aufzutauchen. Er hatte damals eine sehr schwere Phase. Um ein Auge auf ihn zu haben, und sicher zu gehen das ihm nichts passiert habe ich sogar mal einen Monat im 90Grad in Berlin als GoGo getanzt.
Mittlerweile, gehört Sebastian R. zu einem meiner liebsten Freunde, aber das war nicht immer so.
Kurz um, ich stürzte mich komplett auf dieses Projekt und mein Ziel war: Eine Pressekonferenz, in Graz / Erzberg.
Das hiess einen Sack voll Journalisten in ein Flugzeug setzen und dort hin fliegen.
Es war die letzte Show der 4:99 Tour, mein erstes Fanta 4 Konzert, und ich konnte nicht im geringsten erahnen was mich erwartete.
ich arbeite tag und Nacht, 2 Wochen lang an der Planung und Umsetzung dieses PK. Alles war fertig, mein damaliger Chef Felix N. setzte mich quasi noch mit den Worten ins Taxi: das wird super. PUSTEKUCHEN
Damals musste ich zum ersten mal feststellen, das nur weil sich ein Mensch CEO oder Chef oder Manager nennt, es noch lange nicht bedeutet, das er ehrlich ist! Titel sind nichts weiter als ein Stück Mauer hinter der sich Menschen, mit Vorliebe Männer gerne oft und lange verstecken.
Ich kam also nach einem schlimmen Flug im Erzberg an und meldete mich so wie mein "Chef" es mir sagte am Backstage Eingang. Oh Wunder: keiner dort wusste etwas von einer PK.
Es wurden mehrere Leute gerufen, und ich hörte nur: holt die Tourmanagerin, holt den Booker holt den und jenen.
Irgendwann stand dann der Booker vor mir der mir in einem etwas lauterem aber der Situation passendem Ton erklärte, das diese PK meiner Agentur auf Grund von Zeitmangel abgesagt wurde, bzw. verschoben. Jawoll mein so called CEO des Vertrauens hatte mich ins offene Messer laufen lassen.
Hinter mir an die 15 total verstörte Journalisten, versuchte ich zu retten, was zu retten war: ich weinte!
Patty die damalige Tourmanagerin nahm sich meiner an, und nach einer halben Stunde im Regen wollte dann Smudo mit mir sprechen, per Telefon.
Er erklärte mir den Sachverhalt nochmals, und ich traf eine Entscheidung: ich nahm mein Handy und kündigte meinen Job auf allen Mailboxen meines Chefs.
Irgendwie hatten die 4 wohl Mitleid und gaben dann doch noch die PK.
Es stürmte und regnete und ich bot meine Hilfe dann als wenigstens kleine Entschädigung an und huschte durch den Regen um auf dem Festival Gelände Red Bull zu kaufen der im Backstage ausgegangen war.
Das Konzert muss wirklich toll gewesen sein, jedenfalls erzählten mir das die Journalisten später, leider bekam ich nicht wirklich etwas davon mit.
Ich weiß noch das Thomas D. wirklich Mitleid mit mir hatte nachdem ich in Tränen aufgelöst um die Ecke vom Tourbus auf einem Stein im strömendem Regen saß und brachte mir eine Decke.
Damals hätte ich nie gedacht, das diese Band, und die Menschen die ich an diesem Tag kennenlernte, mich eine lange Zeit in meinem Leben begleiten würden. Und sie tuen es noch.
Die Nacht war kurz, der Rückreisetag lang.
Zurück in Berlin ging ich ins Büro, nahm meine Sachen und ging nicht mehr zurück.
So, jedenfalls denke ich das, kam ich zur Musik.
Dennoch, es sollte alles noch ganz schön hektisch und schlimm werden.